Hallo 2017

Das neue Jahr ist nun schon einen Monat und vier Tage „alt“ (wie schnell ging das denn bitte?) und ging genauso turbulent los wie das alte endete. Im Dezember dachte ich daran, einen Jahresrückblick zu schreiben, aber so viel ist 2016 passiert, in meinem Leben hat sich so viel verändert, dass ich gar nicht wusste, wo ich beginnen und wo ich enden sollte.


Betrachte ich 2016 in „Fakten“, so kommt es mir eigentlich gar nicht so spektakulär: 

6 – Derzeit betreue ich sechs Hunde pro Tag.
7 – An sieben Tagen bin ich jeweils sechs Stunden pro Tag im Tierheim, außer sonntags, da sind es nur vier.
15 – Knapp 15 Kilo habe ich 2016 abgenommen. Einfach so, einfach durch die viele Bewegung. Und das Essen: Ich esse mehr als vorher und mit Vorliebe immer noch Kuchen, Schoki und Co.
40 – Ungefähr vierzig Kilometer gehe ich pro Tag. Und das mit einer Leichtigkeit, die ich nie für möglich gehalten hätte. Aber nur mit einem Hund an meiner Seite. Der Weg von unserer Wohnung bis zum Supermarkt (ca. 2 Kilometer) ist mir immer noch zu weit.
61 – Genau einundsechzig Posts gab es auf StreifenLiebe 2016. Wenige, bedenke ich, dass es 2015 über die Hälfte mehr waren. Das hat mich eine gewisse Zeit lang sehr traurig gemacht und ich fühlte mich schlecht, schuldig und unsicher. So sehr, dass das Bloggen beinahe zu Last wurde. Ich musste für mich einen neuen Weg finden (siehe HIER) – und das habe ich; er macht mich glücklich.

2016. Eine einfache Zahl, aber kein einfaches Jahr, denn ich habe viel zu wenig an mich gedacht – und dennoch ein wunderschönes, das mich bereichert und verändert hat. Ich habe in dem Jahr so viel über mich gelernt, meine Stärken und Schwächen – und eine (nennen wir es) Aufgabe gefunden, dass mich in einer Weise glücklich macht und befriedigt, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte: die Arbeit mit Hunden.

Zunächst war ich ganz normale Hundepatin, eine Gassigängerin. Doch sehr schnell vertraute man mir auch die vermeintlich schwierigen Hunde an und ich verstand schnell, dass Gassigehen hier nicht ausreicht. Denn ein pöbelnder Rottweiler an der Leine macht das Gassigehen schwer. Also wurde aus dem Gassigehen ganz schnell Arbeit. Arbeit am Hund und Arbeit an mir. Mir jeder Herausforderung habe ich mehr an mir gearbeitet, mehr dazu gelernt und mehr Erfolge verbuchen können. Und zu all dem kam das Glücklichsein über all dies. Die Arbeit mit den Hunden, ja sogar die blauen Flecken, die damit hin und wieder verbunden sind, machen mich unheimlich glücklich – und mindestens genauso dankbar. So sehr, dass ich sogar darüber nachdenke, mein „Hobby“ zum Beruf zu machen – wenn mir da nicht meine Selbstzweifel im Wege stehen würden.
Und das Beste daran: Ich teile diese Leidenschaft mit dem Helden, was das Ganze noch schöner und zu etwas ganz Besonderem macht. Wir ergänzen uns sehr gut, verfolgen den gleichen Ansatz und gehen doch im Einzelnen oft anders vor (was meist daran liegt, dass ich nicht die gleiche körperliche Präsenz habe wie der Held). Wir lernen von und miteinander und wachsen so gemeinsam an jeder neuen Aufgabe. Ein wunderbares Gefühl.

Und so kommen wir zum neuen Jahr. Wie schon angedeutet, begann das Jahr recht turbulent, aufregend, (emotional) stressig und nervenzehrend. Es gibt Konflikte zu klären, Stellung zu beziehen, mich selbst abzugrenzen und bei all dem mir selbst treu zu bleiben.
Ihr wisst ja, ich treffe keine „guten Vorsätze“ für ein neues Jahr, sondern lasse es lieber auf mich zukommen und nehme es so, wie es ist. Und dennoch habe ich mir bestimmte Dinge für 2017 vorgenommen:

Offener, achtsamer und liebevoller mit mir selbst, meinen Ängsten und Unsicherheiten umgehen
Mehr Zeit für mich selbst – und somit auch für StreifenLiebe nehmen
„Nein“ sagen, wenn mir danach ist
Mir weniger Gedanken darüber machen, was andere von mir denken
Weniger an das Morgen denken, sondern das Heute mehr genießen
Mir selbst mehr ver- und zutrauen

Allerdings betrachte ich sie nicht als „gute Vorsätze“, sondern als eher als Leitideen. Kein Druck, einfach „nur“ Denkanstöße. Und was alles weitere betrifft: Ich freue mich auf all die schönen Momente, die da kommen und darauf, im neuen Jahr noch mehr über mich selbst zu erfahren.

In diesem Sinne ein spätes, aber herzliches und fröhliches: Hallo 2017!


Kommentare

  1. Hallo liebe Nicole,

    Wie immer freue ich mich sehr, von dir zu lesen. Hätte ich schätzen müssen, hätte ich getippt, dass es maximal 30 Posts von dir auf Streifenliebe in 2016 war und ich dadurch etwas den Kontakt zu dir verloren habe. Das fand ich selbst sehr schade, aber niemand wird zum Bloggen gezwungen und Dinge verändern sich eben.
    Das mit den 6 Stunden pro Tag im Tierheim finde ich sehr interessant und frage mich, wann du das denn machst? Ich persönlich arbeite Vollzeit (sprich bin von 8-18h außer Haus auf dem Weg zur Arbeit, auf der Arbeit oder auf dem Weg nach Hause), da blieben mir keine weiteren 6 Stunden am Tag, um diese mit so einer Aufgabe/ einem Hobby zu verbringen, wie du es tust. Ich bewundere das. Vor allem dann auch noch 7 Tage die Woche? Mir persönlich wäre das zuviel, weil dann zu wenig Zeit für mich, für zu Hause, für die Partnerschaft und für andere Hobbies übrig bleiben würde.

    Liebe Grüße und alles Gute für 2017
    Nika

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    1. Liebe Nika,

      vielen lieben Dank für Deine Worte. Ich stimme Dir zu: Dinge ändern sich, manchmal so "gewaltig", dass man erst wieder einen Weg finden muss, alles für sich passend zu machen. So geht es mir mit dem Bloggen: StreifenLiebe liegt mir sehr am Herzen und ich freue mich immer sehr, wenn ich Zeit zum Bloggen finde. Allerdings muss ich mich noch an die Veränderungen anpassen, d.h. das Bloggen in meinen - in der Tat - recht vollen Tag integrieren lernen. Aber es wird, wie man sieht. ;-)
      Du fragst, wie ich das alles schaffe: Alles - in meinem Fall - eine Frage von Zeitmanagement und der Möglichkeit, sich seine (auch berufliche) Zeit frei einzuteilen. Außerdem sind die Patenzeiten ja auf den Vormittag und Abend verteilt. Und außerdem hat der Tag ja 24 Stunden, also genügend Zeit. ;-) Da ich das Meiste von Zuhause auch machen kann, bleibt Zeit für unseren Kleinen und der Held und ich genießen die Zeit mit den Hunden gemeinsam (zumindest abends und am Wochenende), sodass es uns an gemeinsamer Zeit nicht fehlt.
      Ich betrachte die Patenwuffs auch nicht als Hobby, sondern als Herzensaufgabe. Daher fällt es mir nicht schwer, die sechs Stunden pro Tag zu "meistern". Und wenn ich darüber nachdenke, dass ich mein "Hobby" zum Beruf machen möchte, zeigt das für mich, dass ich alles richtig mache. Sicherlich, einiges ist auf der Strecke geblieben, aber rückblickend betrachtet, ist es gut so wie es ist. Ich bin glücklich und fühle mich erfüllt, das zählt für mich. Ich muss halt nur noch lernen, auch Zeit für mich in meinen Alltag zu integrieren, aber da bin ich auf einem guten Weg.

      Liebe Grüße und auch Dir alles Gute für das "neue" Jahr,
      Nicole

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  2. Wunderschön geschrieben <3 Ich wünsche dir ein 2017 mit vielen Glücksmomenten!
    Liebe Grüsse Alizeti

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    1. Liebe Alizeti,

      herzlichen Dank für Deine Worte, die mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Gerade heute bin ich besonders dankbar dafür.

      Liebe Grüße und auch Dir wünsche ich viele, viele Glücksmomente 2017,
      Nicole

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