6. Februar 2016

Yoga & Meditation



Zunächst einmal: Entschuldigt bitte die langandauerende Stille hier auf StreifenLiebe. Kräftezehrende Wochen liegen hinter mir, aber es geht aufwärts und jetzt kann es hier weitergehen. Bitte seht mir nach, dass ich noch ein Weilchen brauche, um all Eure Kommentare und Emails zu beantworten. An dieser Stelle aber schon einmal ein herzliches Dankeschön an Euch für all Eure lieben Worte.

So, nun aber endlich zu den eigentlichen Themen: Yoga und Meditation.

Wer hier auf StreifeLiebe schon länger mitliest, der weiß es bereits: Bis vor ein paar Jahren hatte ich keine wirkliche Ahnung von Yoga und Meditation und das bisschen, was ich wusste, schreckte mich ab. Dachte ich an Yoga, so dachte ich an gertenschlanke, unheimlich fitte Personen, die irgendwo in Venice Beach leben und die über eine übermenschliche Gelenkigkeit verfügen. Und dachte ich an Meditation, so ploppte vor meinem geistigen Auge immer gleich das Bild von tibetanischen Mönchen auf, die ausreichend Zeit und Geduld für sowas haben, da sie außer der Pflege des Gemüsegartens und der Bonsaibäume keine Verpflichtungen haben. 

Oberflächlich, ich weiß. Aber so dachte ich nun mal. Ich konnte mir weder Yoga noch Meditation für meine Lebenswirklichkeit vorstellen. Und dennoch ließen mich beide Themen nicht los; ich war neugierig. Also recherchierte ich, sprach mit Experten und Ärzten und erkannte schnell, dass mein Bild von Yoga und auch Meditation wirklich eindimensional war. Ich musste umdenken - und noch viel wichtiger: Ich wollte beides unbedingt ausprobieren, da die Vorzüge auf der Hand lagen. 

Ich gebe es zu: Ich bin von Natur aus kein Yogi und weit von der inneren Ruhe eines tibetanischen Mönchs entfernt. Also fiel mir beides zu Beginn sehr schwer. Vor allem aus einem Grund: Ich war in einem - nennen wir es - "binären Denkmodus" gefangen. Es gab immer nur das eine oder das andere, nichts dazwischen. Wenn ich schon Sport mache, dann muss er auch sofort (!) etwas bringen. Und wenn ich schon meditiere, dann muss das Ergebnis sofort spürbar sein. Und so fiel es mir sehr schwer, mich auf Yoga und Meditation einzulassen, denn weder Yoga noch Meditation sind auf Leistung und Schnelligkeit angelegt. Die positiven Effekte sind nicht so unmittelbar messbar, wie ich es von anderen Dingen gewohnt war. Und vor allem: Man muss sich auf beides einlassen, sonst funktioniert es nicht. 

Man kann sagen, ich habe einen Prozess durchlaufen; einen der oftmals frustrierend und anstrengend war und in dem ich mich oft schlecht fühlte, da beides nicht so funktionierte wie von mir erwartet. Aber genau da war mein Denkfehler: Ich hatte eine falsche Erwartungshaltung. Also begann ich über diese nachzudenken und merkte zügig, dass weder Yoga noch Meditation für mich funktionieren, so lange ich bestimmte, sehr genaue Erwartungen hatte und vor allem erwartete, dass alles ganz, ganz schnell reibungslos funktioniert. 

Ich nahm mir vor, nichts mehr zu erwarten, sondern beides erst einmal in aller Ruhe auszuprobieren und zu schauen, ob es mir Spaß macht und ich etwas von diesen so oft gelobten positiven Effekten spüre. Und das tat ich - und die positiven Effekte zeigten sich plötzlich auch ganz schnell. 

Während des ganzen Prozesses habe ich eine Menge gelernt (vor allem über mich selbst) und die wichtigsten "Erkenntnisse" möchte ich heute - als eine Art Einsteigertipps - mit Euch teilen. 


Sicherlich kennen viele von Euch verschiedene Instagramaccounts von superschlank und fitten jungen Frauen, die mit Leichtigkeit die schwierigsten Yogaübungen am Strand ausführen und dabei aussehen, als wäre das, was sie gerade tun, das Leichteste der Welt und die natürlich auch noch - ganz nebenbei - perfekt dabei aussehen. Das ist wirklich schön anzusehen, aber wer mit dieser Vorstellung im Kopf mit Yoga beginnt und dabei vergisst, dass diesem perfekten Strandbild viel, sehr viel harte Arbeit vorausgeht, der wird schnell frustriert sein.
Man muss sich entscheiden: Sieht man diese Art Bilder als Motivation und erkennt an, dass diese Frauen nicht erst seit gestern Yoga machen, sondern oft und "hart" trainieren, dann sind solche Bilder wirklich nützlich. Aber: Es besteht eben auch die Gefahr, dass diese Bilder Druck erzeugen und man Yoga - mit und mit und immer mehr - als etwas wahrnimmt, dass es ganz und gar nicht ist: ein Leistungskampf.
Was ich damit sagen möchte: Yoga ist eine zutiefst persönliche Sportart, die es, wie kaum eine andere, erlaubt, das Training im eigenen Tempo und Rhythmus zu gestalten. Yoga sollte nicht als Wettbewerb wahrgenommen werden; hier geht es nicht um "höher, schneller, weiter", sondern um das ganz eigene persönliche Wohlbefinden - und das bestimmt jeder ganz individuell.

Bei der Medititation verhält es sich ähnlich (wenngleich ich nur wenige Instagramaccounts kenne, die meditierende, schöne Menschen zeigen): Meditation ist etwas überaus Persönliches, denn schließlich beschäftigt man sich nur mit sich selbst und seinen eigenen Gedanken. Auch hier ist es enorm wichtig, die eigene Erwartungshaltung zu hinterfragen; stimmt diese nicht, indem man sich z.B. zu sehr unter Druck setzt, dann kann Meditation etwas sehr Frustierendes sein und man selbst ist Galaxien davon entfernt, sich zu entspannen. Also gilt auch hier: Immer mit der Ruhe. Jede Minute, in der Stille in Deinem Kopf herrscht, ist ein Gewinn - ganz gleich, in welcher Form / Position Du meditierst, die Hauptsache ist, dass Du Deinen Weg findest, Dich zu entspannen.

Eigentlich gilt gute Vorbereitung im Grunde für jede Sportart. Dazu gehört für mich, dass ich mich über Yoga (vor allem über die diversen Arten) ausführlich informiert habe, mit Experten sprach und auch mit meinem Arzt. Denn auch wenn Yoga für Außenstehende oft easypeasy aussehen mag, auch hier kann man sich verletzen. Darüber hinaus ist nicht jede Yoga-Art bzw. nicht jede Yogaübung für alle gut (z.B. darf man mit einem Bandscheibenvorfall bestimmte Übungen gar nicht erst machen, da sie den Rücken zu stark belasten).

Nach all dem folgten die "praktischen" Dinge, also alles, was ich brauche, um Yoga und Meditation zu praktizieren. Im Grunde ist es nicht viel, aber dennoch wichtig: eine gute (!) Yogamatte, ein Yogablock, passende Kleidung (die nicht teuer sein muss) und - für die Mediation - ein Meditationskissen (auch das muss gar nicht teuer sein; ich z.B. nutze ein stinknormales Sitzkissen, das aber genügend Stabilität bietet). Gerade beim Meditieren bin ich sehr flexibel: So meditiere ich bspw. beim Spülen (jaaa, das geht auch!) oder auch bei der morgendlichen Hunderunde mit den Patenwuffs ("Gehmeditation") oder auch beim Malen (darüber habe ich HIER bereits etwas geschrieben). Wichtig ist - ebenso wie beim Yoga - das man sich darauf einlässt und letztlich seinen eigenen Weg findet.

Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie viele "gute" Ratschläge (die meist eher nach Regeln klangen) ich bei meiner Recherche zu den beiden Themen damals gelesen und auch bekommen habe. Leider muss ich sagen, dass nur die wenigsten für mich wirklich konstruktiv und hilfreich waren. Ich habe schnell gemerkt, dass ich sowohl beim Yoga und als auch bei der Meditation auf mich, also meinen Körper und Geist achten muss. Das ist essentiell für mich. Was nützt es mir zu wissen, dass Meditation (bei ach so vielen) nach dem Aufstehen besonders "tiefenwirksam" ist oder Yoga (bei ach so vielen) vor dem Schlafengehen "Wunder wirkt", wenn ich morgens viel zu müde bin und beim Meditieren sofort wieder einschlafe (ist mehrfach passiert und mein Tag war meist im Eimer, da ich meine "feste" Morgenroutine jäh durchbrechen musste) oder ich vorm Schlafengehen viel lieber mit meiner Familie kuschele und dabei selig auf der Couch einschlafe und mich keine zehn Pferde mehr unter meiner Decke hervorziehen können.

Kurz gesagt: Ich habe mir meine eigene Routine geschaffen, eine die zu meinem Alltag und mir passt. Ich mache gerne morgens Yoga und ein paar Übungen abends, aber alles eben genauso, wie es sich für mich richtig anfühlt und mir guttut. Es ist schließlich mein Leben, mein Körper und der ist nicht 1:1 mit anderen Menschen gleichzusetzen. Mein Rat ist daher: Schaffe Dir Deine eigene Routine.


Und nun noch ein paar weitere Yoga- und Meditationstipps:


Ich muss gestehen, dass ich kein großer YouTube-Nutzer bin. Hin und wieder mal ein Musikvideo oder ein Trailer, das war es dann auch schon. Und dennoch gibt es Kanäle, die ich sehr gerne mag und die ich Euch wärmstens empfehlen kann.
Yoga with Adriene - 30 Days of Yoga und Yoga Camp

One Moment Meditation

How to Meditate




Maren Schneider - Crashkurs Meditation: Anleitung für Ungeduldige - garantiert ohne Schnickschnack (mit Audio-CD)

Als ich das Buch entdeckte, habe ich schon eine Weile - mehr oder weniger gelungen - meditiert. Anfangs war ich ein wenig skeptisch, ob das Buch das, was es auf dem Cover versprochen wird, auch wirklich halten kann. Und bevor ich jetzt lange rumrede, ein klares Ja von mir. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der einen Einstieg - ohne Schnickschnack - in die Welt der Meditation sucht.



Yogaworks - Der Yoga-Dreierpack (drei DVDs)

Vielleicht kommt Euch YogaWorks bereits bekannt vor: In meinem Post (HIER) über meine Sportroutine habe ich eine der DVDs (es gibt sie auch einzeln) vorgestellt und verlost. Dieser "Dreierpack" beinhaltet drei DVDs mit verschiedenen Yoga-Programmen zur Gesundheit, Beweglichkeit, Kraft und Entspannung. Oder wie ich gerne sage: Verschiedene Programme für verschiedene Stimmungen. Für mich ein wunderbares Komplettpaket - für Einsteiger und Fortgeschrittene.


Ich bin neugierig: Welche Erfahrungen habt Ihr mit Yoga und Meditation gemacht? Was denkt Ihr darüber? 


Meine bisherigen Posts zu den Themen Yoga und Meditation findet Ihr HIER (Yoga) und HIER (Meditation).


Kommentare so far

  1. Liebe Nicole,

    Ganz herzlichen Dank für diesen wunderbaren Artikel von dir. Wie so oft ereilt er mich genau zur richtigen Zeit und ich habe ihn mit größtem Interesse gelesen. Außerdem hat er mich dazu veranlasst, endlich das Buch "Dein Yoga, dein Leben" in die Hand zu nehmen und darin zu lesen, statt es nur durchzublättern. Vielen Dank auch für die YouTube Tipps. Diese werde ich mir bestimmt auch einmal anschauen; außerdem möchte ich nun doch vielleicht auch mal öfter in ein Yoga Studio gehen.
    Wirst du uns noch mehr von deinem Yoga berichten? Ich würde mich sehr freuen.

    Liebe Grüße
    Nika

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    1. Liebe Nika,

      herzlichen Dank für Deine lieben Worte.

      Hm, ob ich mehr darüber berichten werde? Darüber habe ich noch gar nicht recht nachgedacht. Aber es ist definitiv eine Überlegung wert.

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Hallo Nicole,

    unter anderem durch deinen früheren Post über Yoga habe ich begonnen, mich näher damit zu beschäftigen. Erst wollte ich die von dir genannte DVD als Geschenk zum Geburtstag im Dezember auf meine Liste setzen, doch dann habe ich eins von Adrienes Youtube-Videos gesehen und da war es um mich geschehen. Genau wie du hatte ich früher so meine ganz eigene Vorstellung, wie Yoga so ist und war nicht angetan davon, es mal auszuprobieren. Doch inzwischen weiß ich, wie gut es mir tut und ich kann einige Übungen auch zwischendurch im Büro machen, wenn ich mich verspannt fühle. Niemals hätte ich mir träumen lassen, mal eine solche Lobeshymne über diesen Sport loszulassen, ihn sogar in meine tägliche Routine einzubauen und mich zu ärgern, wenn ich mal nicht dazu komme. Villeicht liegt es an der Art, wie Adriene es vermittelt, keine Ahnung, aber ich bin "verliebt" in dieses Gefühl nach jeder Trainingseinheit. Zwar gilt gleiches auch für das Ausgepowert-sein nach einem flotten Aerobic-Kurs, doch beim Yoga fühlt sich der ganze Körper gut und nicht unbedingt erschöpft an. Das ist so toll, ich möchte es nicht mehr missen. Die Schwägerin in spe macht Yoga in einem Kurs, den ich mir mal ansehen möchte, doch ich habe "Sorge", dass es mir nicht so gut gefällt wie die Videos. Alles in allem kann ich dir nur zustimmen, dass hierbei jeder seinen eigenen Stil finden muss und Rücksicht auf seinen Körper nehmen sollte, um langfristig dabei zu bleiben.

    Zum Meditieren habe ich mal eine zeitlang die App "Calm - meditate and relax" verwendet, die mir gut gefallen hat. So weiß ich, wie ich in stressigen Situationen runter komme, doch regelmäßig meditiere ich nicht mehr. Alles in allem hat es mich zu Gelassenheit geführt, die vielleicht auch noch andere Gründe hat, aber es hat mir gut getan. Jetzt wo ich darüber schreibe könnte ich eigentlich hin und wieder ein paar Minuten damit zur Ruhe kommen.

    Vielen Dank für deine Tipps, ich freue mich immer, wenn Gleichgesinnte finde, die erst spät auf den "Yoga-Zug" aufgesprungen sind.

    Viele liebe Grüße, Silke

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    1. Liebe Silke,

      vielen lieben Dank für Dein Kommentar. Ich freue mich sehr darüber, dass Du Yoga für Dich entdeckt hast. Und ich kann das, was Du schreibst (über die Effekte) nur bestätigen.

      Liebe Grüße
      Nicole

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