4. November 2014

Musik meines Lebens {Short Stories #11}



Diesen Monat möchten Bine und Andrea in ihrer Reihe Short Stories wissen, welche Lieder uns in unserem Leben begleitet haben, welche unsere Lieblingslieder sind und welche wir eigentlich gar nicht (mehr) hören können.

Mein erster Gedanke: Ein tolles Thema! Mein zweiter Gedanke: Schaffe ich es, daraus wirklich eine Short Story zu machen?


Neben Düften und Gerüchen transportiert mich nichts mehr und nichts schneller in die Vergangenheit als Musik. Manchmal muss ich nur ein, zwei Noten von einem Song hören und fühle mich urplötzlich in die Vergangenheit versetzt. Manchmal ist das schön, manchmal eben weniger. Und sowohl bei Düften und Gerüchen als auch bei Musik kann ich diese Reise nicht steuern, sie passiert automatisch - ob ich es möchte oder nicht.
Musik spricht auf direktem Wege meine Emotionen an - und die fragen nicht danach, ob der Song musikalisch besonders wertvoll oder eher trashig ist. Entweder es spricht mich an und gefällt mir oder nicht, da sind mir ausgeklügelte und anspruchsvolle Kompositionen egal, ebenso wie das, was andere denken. Ich kann meine Emotionen da nicht mit guten Argumenten überzeugen, die machen eh was sie wollen (wie immer!).

Das war schon als kleines Kind so. Aufgewachsen bin ich mit (wie mein Mann immer so schön zu sagen pflegt) Hippie-Musik: The Doors, The Mamas and the Papas, Iron Butterfly, Jefferson Airplane und Co. Allerdings habe ich die Musik zeitversetzt mitbekommen, da ich Ende der 1970er geboren bin und nicht zu Beginn. Aber die Umgebung, in der ich in den ersten Jahren aufwuchs, war voll mit dieser Musik und Menschen, die diesen besonderen Spirit lebten.
Und auch wenn ich im Grunde gut hineinpasste in diese Welt, so eckte ich doch schon als kleines Kind (gerne) an: Denn inmitten dieser heilen "Hippie-Welt", die jegliche Kommerzialisierung ablehnte und ebenso die Ikonen dieser verpöhnten Kommerzwelt, stand ich da und liebte Elvis. Seine Songs, seine Filme und ihn selber sowieso. Zur Verwunderung und Verwirrung meiner Umgebung trällerte und tanzte ich fröhlich abwechselnd zu L.A. Woman und Don't be cruel.

Nachdem sich meine Umgebung änderte und ich dazu auch noch in die Schule kam, erweiterte sich mein musikalisches Repertoire und ich entwickelte eine Vorliebe für Hip Hop - Sugarhill Gang, A Tribe Called Quest, Beastie Boys und De La Soul, deren Song Ring Ring Ring, d.h. der Refrain des Songs, auch lange Zeit mein Anrufbeantworterspruch war (zur Anmerkung: Ich hatte sehr früh mein eigenes Telefon.). Das war dann meine Art der kindlichen Rebellion. 

Und dann kam sie, die Musik(richtung), auf die ich - ohne es zu wissen - gewartet hatte: Grunge (obwohl ich den Begriff nicht so mag). Oh! Ich lieb(t)e diese Musik. Stone Temple Pilots, Soundgarden, Pearl Jam, Alice in Chains und natürlich Nirvana, deren Album Nevermind wie eine Offenbarung für mich war.
Meiner Vorliebe für Grunge (später Metal) bin ich immer treu geblieben,  auch wenn ich mit ungefähr 16 Jahren die elektronische Musik für mich entdeckte und mit ihr Bands wie Nitzer Ebb, Ministry und KMFDM. Irgendwann mit Anfang zwanzig verschob sich der Schwerpunkt wieder. Ich hörte weniger elektronische, dafür wieder mehr Bands wie Rage Against The Maschine, Korn, Staind, Deftones, Stone Sour und Limp Bizkit (und jetzt ein totales Mädchen-Argument: Fred Durst war so schön!). Und natürlich Everlast! Den könnte jeden Tag von morgens bis abends hören und hätte immer noch nicht genug. Die Musik, die Texte und diese Stimme. Ein Traum!


Mein Musikgeschmack hat sich seit meiner Kindheit bzw. Jugend nicht wirklich verändert; die zuvor genannten Bands höre ich (mit Ausnahmen) immer noch sehr gerne. Und darüber hinaus höre ich auch sehr gerne und häufig Klassiker wie z.B. Nancy Sinatra's Bang Bang und These Boots Where Made For Walking, Aretha Fanklin's Respect ,The Rolling Stones' Paint It Black ...

Es gibt noch viele, viele weitere Songs, die mich auf meinem Weg durch's Leben begleitet haben, viele davon ganz unbewusst - ich erinnere mich immer erst dann an sie, wenn ich sie höre. Manchmal ist das schön, manchmal weniger. Da unterscheidet sich Musik scheinbar nicht vom Leben, da ist es genauso: manchmal schön, manchmal weniger.


Und dann - nicht zu vergessen! - gibt's auch noch die Filmmusik. Als riesengroßer Fan von bunten bewegten Bildern (gleich ob als Film oder Serie) gibt es diverse Soundtracks, die mir viel bedeuten, mich immer wieder auf Zeitreise schicken und mir ein wohlig warmes Gefühl im Bauch bescheren, sobald ich sie höre.
Da wäre zum Beispiel der Soundtrack von Dr. Schiwago, insbesondere Lara's Theme - oh, wenn ich das höre, dann sehe ich direkt das verschneite Haus vor mir, mir wird wohlig kalt und ich möchte mich tief in meine Decke kuscheln. Oder der Herr der Ringe-Soundtrack oder dieses Lied aus dem ersten Teil des Hobbits. Und dann noch der Harry Potter-Soundtrack - da sehe ich uns immer in dicke Decken eingemümmelt mit heißer Schokolade und noch warmen Keksen vorm TV sitzen, während es draußen schneit (ich freue mich gerade ganz dolle auf den Winter).
Nicht zu vergessen: Der Soundtrack von Star Wars. Wunderbar! Mein Mann und ich waren vor Jahren in einem Star Wars-Symphoniekonzert in unserem Stadttheater, das war einfach fabelhaft und das beste Konzert (dieser Art), auf dem wir beide jemals waren. Schon fünf Minuten nach dem Ende des Konzert wollten wir sofort wieder rein, es war wirklich großartig.


Ich frag' mich gerade: Ist das jetzt noch eine Short Story? Ich weiß es nicht. Vorsichtshalber höre ich jetzt mal auf und präsentiere Euch eine kleine Auswahl der Musik meines Lebens in einer kunterbunten Harry's Playlist - Special Edition.


Jefferson Airplane - White Rabbit

Iron Butterfly - In A Gadda Da Vida

Sugarhill Gang - Rappers Delight 

Nirvana - Lithium

Pearl Jam - Jeremy 

Stone Temple Pilots - Plush

Nitzer Ebb - Getting Closer

Rage Against The Machine - Maggie's Farm

Korn - Clown

Deftones - Change

Staind feat. Fred Durst - Outside

Everlast - Black Jesus

Machine Head - Darkness Within

Stone Sour - Through The Glass


& mein All-Time-Favorite-Song, weil ich so gerne dazu tanze (ja, das geht - auch ohne Headbanging & Co.!):

 Sepultura - Ratamahatta






Kommentare so far

  1. Bei der Playlist bin ich dabei! Gefällt mir sehr! Ich glaube, zu dem Thema muss ich auch noch was schreiben ;)

    Liebe Grüße, Jessica

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    1. Schön, dass Du dabei bist! Dann hören wir sie quasi gemeinsam. ;-)

      Ja, schreib' was zu dem Thema. Das würde ich wirklich gerne lesen. Es ist eine schöne Art, jemanden "besser kennenzulernen".

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Ich bewundere immer die Menschen, die so begeistert von Musik sind und sich davon so prägen und leiten und mitreißen lassen! Toll! Als ich das Thema der Short-Stories las, war mir direkt klar, dass ich diesen Monat raus bin. Ich geh gern auf Konzerte, aber ich kenne kaum Liedtitel und kann auch kaum etwas irgendwohin zuordnen. So unterschiedlich sind wir dann doch :-)
    Aber ich finds voll interessant, deinen Text zu lesen!
    Liebe Grüße,
    Frauke

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    1. Liebe Frauke,

      bewusst war mir das nie wirklich mit der Musik, außer vielleicht in meiner Grunge-Zeit. Aber sie war immer da - und dass sie mir so wichtig war und ist, habe ich erst bei meiner kleinen Zeitreise für diesen Post gemerkt.

      Liebe Grüße
      Nicole

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  3. Liebe Nicole,
    wenn ich deinen Post so lese, merke ich, dass bei meiner "Musik des Lebens" noch ganz viele Lieder und Bands vergessen habe, zum Beispiel The Doors.
    Ein schöner Post.
    Liebe Grüße,
    Kerstin M.

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    1. Liebe Kerstin,

      herzlich Willkommen auf Streifenliebe. Vielen lieben Dank für Dein Kompliment.

      Mir geht's genauso. Als ich den Post nochmal gelesen habe, nachdem er bereits veröffentlicht war, sind mir noch einige Bands und Lieder eingefallen. So ist das eben, man kann nicht an alles denken. ;-)

      Ich bin schon gespannt auf Deinen Post. Schön, auf diese Weise wieder einen neuen Blog entdecken zu können. Das mag ich besonders an den Short Stories.

      Liebe Grüße
      Nicole

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  4. O M G! Hey how ya doin' sorry you can't get through. Hey, ich saß auf dem Boden in meiner ersten Wohnung mit einem Kassettenrecorder und meinem AB und habe mir den Refrain drauf gespielt. Und fand das das coolste auf der Welt.
    Zwei Seelen, ein Gedanke!

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