13. November 2014

Gedanken über's Bloggen

Kennt Ihr das: Man weiß, irgendwas stimmt nicht, irgendwas passt nicht mehr richtig, aber man weiß nicht so genau was? So ging es mir in den letzten Tagen. Ich wusste: Da war was, aber ich wusste nicht was, konnte es nicht genau benennen. Ich brauchte Zeit zum Nachdenken; aus diesem Grund war es hier auch etwas stiller in den letzten Tagen. 

Gedanken über's Bloggen 

Als ich mit Streifenliebe umgezogen bin (siehe hier), hatte ich den Wunsch, Streifenliebe ein neues Gesicht zu geben. Nicht, weil ich das alte Gesicht nicht mehr mag – nein! Im Gegenteil: Ich mag es sehr. Aber mir wurde klar: Es passt jetzt gerade nicht mehr. Ich wollte es ruhiger und reduzierter, weniger verspielt eben. So wie es mir gerade mehr entspricht. Ich habe mich dann aber dagegen entschieden, aber aus einem Grund, der nicht der meine war.

Bloggen bedeutet für mich Freiheit. Hier auf Streifenliebe kann ich so sein, wie ich bin. Und Streifenliebe soll mir entsprechen, es ist schließlich meine kleine Welt im WWW. Also kann ich Streifenliebe ändern, so wie es mir gefällt, wie es eben zu mir passt. So zumindest die Theorie.
Aber in der Praxis sieht’s doch so aus: Immer wieder liest man in großen Lettern, dass man sein Blogdesign nicht ändern sollte. Leser haben sich an ein Design gewöhnt, ändert man es, verliert man seine Leser. Das scheint ein Gesetz zu sein.

Dieses "Gesetz" spukte in meinem Kopf herum – und machte mir Angst. Denn auch wenn Streifenliebe meine kleine Welt ist, so bin ich doch über jeden Leser glücklich, der in meine kleine Welt hineinspaziert, sich wohlfühlt und gerne wiederkommt. Ich freue mich riesig über jedes einzelne Kommentar, mag den Kontakt mit meinen Lesern sehr gerne – und habe über Streifenliebe schon viele wunderbare Menschen kennengelernt. Meine kleine Welt ist dadurch bunter geworden. Und das ist schön. Berücksichtige ich all‘ das, so möchte ich natürlich keinen meiner Leser verlieren, nur weil ich plötzlich ein neues Design habe. Also habe ich gegen einen Designwechsel entschieden. 

Doch irgendwie nagte diese Entscheidung an mir. Denn es war nicht meine Entscheidung, nicht meine Überzeugung. Denn für mich ist es so: Ich lese Blogs wegen ihres Inhaltes – es heißt ja schließlich nicht umsonst ‚Blogs lesen‘ und nicht ‚Blogs gucken‘. Natürlich ist ein schönes Blogdesign toll, aber für mich steht der Inhalt absolut im Vordergrund. Meine Lieblingsblogs sind alle textlastige Blogs, die schöne Designs haben, aber das ist für mich zweitrangig. Das Design eines Blogs ist für mich wie die Sahne auf dem Kuchen, aber mir schmeckt der Kuchen auch ohne sehr gut. Und mir würde auch nicht einfallen, plötzlich meine Lieblingsblogs nicht mehr zu lesen, nur weil sie ihr Design geändert haben.

So habe ich mich die letzten Tage gefragt, ob ich dieses (ungeschriebene) Gesetz vielleicht eher als Regel zu verstehen ist. Und wenn es eine Regel ist, ist es dann vielleicht eine Regel, wie sie bei Seeräubern (Piraten) üblich ist, also weniger als Regel, sondern eher als Richtlinie zu verstehen? Der Gedanke gefiel mir. Denn Richtlinien sind nichts starres, sondern eher flexibel, eben an die Person und Situation anpassbar. Also entschied ich mich für diese Sichtweise (wenn das mal bei den Verkehrsregeln möglich wäre!), denn schließlich bin ich ja ein Teilzeitseeräuber (siehe hier). 

Gleichzeitig fragte ich mich: Was ist mir wichtig? Die Antwort ist einfach: Mir ist wichtig, dass Streifenliebe mir entspricht und dass sich meine Leser in meiner kleinen Welt vor allem aufgrund des Inhalts wohlfühlen und gerne wiederkommen. Wenn sie mein Design mögen, ist das toll und macht mich glücklich – aber das sollte nicht der einzige Grund sein, warum sie Streifenliebe mögen.

Ich erinnerte mich plötzlich wieder daran, was ich meinen Studenten in meinen Vorlesungen immer predige: Das Layout ist immer nur Mittel zum Zweck, der Inhalt ist entscheidend. Und genauso möchte ich es auch bei Streifenliebe halten. Und genau deswegen habe ich mich jetzt doch getraut, das Design zu ändern. So wie es mir jetzt gerade entspricht.

Ich hoffe sehr, dass Ihr, liebe Leser, trotz des neuen „Gesichts“ auch weiterhin gerne meine kleine Welt besucht, Euch wohlfühlt und gerne wiederkommt.


Und um das neue Design und meinen Mut zu feiern, startet ab morgen eine neue Verlosung und Ihr könnt' wieder was gewinnen. Ich freu' mich drauf!

Aufgrund der Probleme mit dem neuen Design (siehe hier) wird die Verlosung zu einem späteren Zeitpunkt starten. Leider.

 

Planlos im November

Alle die, die Streifenliebe regelmäßig besuchen, wissen es ja: Ich liebe To-do-Listen und mache gerne Pläne. Aber: Manchmal stresst mich das aber auch, was ich gerade im Urlaub gemerkt habe. Die erste Woche verging wie im Flug und im Grunde habe ich weitergemacht wie zuvor: Punkte auf der To-do-Liste abhaken. Eines Morgens dachte ich mir dann: Jetzt ist aber genug! Du hast Urlaub - genieße ihn und mach' mal keine Pläne. Es dauerte etwas, bis diese Information im meinem Kopf wirklich ankam, aber danach genoss ich das Planlos-sein sehr. Ich hab' das gemacht, was mir spontan in den Sinn kam und spürte deutlich, wie ich mich mehr und mehr entspannte.

Am Ende meines Urlaubs, ich war gerade dabei die kommende Woche zu planen, dachte ich mir, dass ich es mal anders probiere und startete mein großes Experiment: Planlos im November. Einen Monat lang keine To-do-Listen, nur wichtige Einträge in meinem Kalender, damit ich Termine nicht vergesse, und auch kein Blogplaner. Einzig ein Notizbuch, indem ich alle Ideen und Gedanken festhalte, wird mich in den nächsten vier Wochen begleiten. Mehr nicht.

Für mich persönlich eine riesengroße Sache. Dabei geht es mir auch gar nicht so sehr darum, mich von komplett zu verändern. Ich plane und organisiere sehr gerne, das kann ich auch sehr gut und es macht mir meistens auch Spaß. Aber ich habe in der letzten Zeit gemerkt, dass es manchmal etwas "Überhand" nimmt und ich mich selbst mit meinen ganzen Listen ab und an unnötigerweise stresse. Ich mich selbst und meine Bedürfnisse bei all den Listen etwas aus den Augen verliere.
Und jetzt mal erhrlich: Es gibt genug im Leben, das uns hier und da stresst und an dem wir nichts ändern können (ein Wort: Steuererklärung! Für mich: Ein Synonym für Stress). Aber der Stress, den wir uns selber machen, den können wir ändern. Und mein Experiment Planlos im November soll ein Schritt in die richtige Richtung sein.






Kommentare so far

  1. Das mit dem "Design" nicht verändern mag Gründe haben... aber ich bin doch DEINETWEGEN hier... und nicht (nur) wegen des designs... wenn du umziehst, kommen deine Freunde doch immer noch zu dir... oder wenn du in deiner Wohnung neue Farbe an die Wände bringst... und alles, wohinter DU zu 100% stehst, kommt genau so authentisch rüber... und wenn du jemand wärst, der täglich oder wöchentlich dein design änderst - dann wärst das auch DU... ein Teil von dir... ich komme immer wieder gerne her... fühl dich gedrückt, von einer, die jetzt duschen gehen muss, bevor es ins Musical geht!

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    1. Liebe Marion,

      herzlichen Dank für Deine Worte! Sie machen mich glücklich. Danke dafür! ♥

      Und ich hoffe, dass das Musical toll ist.

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Ach ja ... naja ... ich habe mein Design auch schon öfter geändert und meine Leser kamen trotzdem. Oder auch nicht. Aber das hängt sicher nicht mit dem jeweiligen Design zusammen. Denn wer im Feedreader liest, der sieht das Design ja gar nicht.
    Außerdem gibt es immer Dinge, wie z.B. Bilder, die Dich unverwechselbar machen. Wenn Du jetzt nicht komplett alles änderst, erkenne ich Dich auch noch, wenn Du zehnmal Dein Design geändert hast.

    Ich habe das auch schon oft gelesen. Aber so wie wir uns verändern, verändert sich auch unser Blog. Machen große Firmen nicht auch ab und zu einen Relaunch um moderner zu werden? Wenn wir alle noch die Layouts von Anno Pief hätten ... Das wäre ja schrecklich.

    Also mir gefällt es. Es hat mir auch vorher schon gefallen. Und wenn es mir nicht mehr gefällt, komme ich nicht mehr lesen. *haha* Scherzle gemacht. Ich gucke dann einfach nicht hin, wenn ich einen Kommentar schreibe. ;-)

    Liebe Grüße,
    Vera

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    1. Liebe Vera,

      vielen lieben Dank! Schön, dass es Dir gefällt.

      Ich würde ja zu gerne sehen, wie Du ein Kommentar schreibst und gleichzeitig nicht hinschaust. ;-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  3. Das neue Design ist aber toll! Diese reduzierten Layouts sprechen mich auch immer sehr an. Obwohl ich dein anderes auch sehr toll fand, das wirkte so handmade. Aber das hast du ja auch noch in der Gestaltung der Kategorie-Spalte und bei deinem Profilbild beibehalten. Und ich würde auch echt nicht auf die Idee kommen, bei jemandem nicht mehr vorbeizuschauen, nur weil der sein Design geändert hat. Vielleicht muss man dazu mal eine Umfrage starten und die dann gegen diese Blogger-Schlaumeier halte :-)

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    1. Dankeschön!

      Schön, dass Du es genauso siehst. Ignorieren wir einfach die Blogger-Schlaumeier! Ha!

      Die Umfrage ist eine super Idee, da würde mich das Ergebnis wirklich interessieren.

      Liebe Grüße
      Nicole

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  4. Ich finde deine Blog und deine Texte wundervoll! Liebe Grüsse Ina

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    1. Liebe Ina,

      vielen lieben Dank! ♥ Das bedeutet mir viel!

      Liebe Grüße
      Nicole

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  5. Also ich mag Dein neues Design und ganz ehrlich? Ich hab noch nie was von dieser "Regel" gehört. Ausserdem sind Regeln da um sie zu brechen. Man muss sich wohlfühlen und wenn Du das tust ist es doch perfekt. Also mir gefällt es sehr gut

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    1. Ich leider schon! Und obwohl ich die meisten Bloggertipps eh nicht auf mich anwenden kann, dieser Tipp (Regel, Gesetz - wie auch immer) hat mir doch schon zu denken gegeben.

      Aber ich bin total froh und glücklich über all Eure Worte. Und das ist mehr wert als diese Tipps.

      Liebe Grüße
      Nicole

      PS: Ich esse jetzt Schokolade! Für den inneren Ausgleich. ;-)

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  6. Liebe Nicole,
    ich find das neue Design sehr ansprechend! Ich kann deine Bedenken verstehen, aber letztlich ist es wie du sagst: es ist DEIN Blog, DU musst dich in erster Linie damit wohlfühlen. Den Vergleich mit dem Kuchen trifft es gut ;)
    Liebsten Gruß,
    Mirjam

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