14. September 2014

Sometimes you need a change {BUGfixing #14}

Ich bin ein Gewohnheitstier. Spontanität und Veränderung sind nicht so meine Welt. Aber das möchte ich ändern. Ich möchte spontaner sein, Neues ausprobieren, Altes überdenken, etwas verändern, wenn mir danach ist. Also lautet seit einigen Wochen meine neueste BUGfixing-Übung: mehr Spontantität in meinen Alltag einbauen.

Dass ich damit begonnen habe, mehr Spontanität in meinen Alltag einzubauen, von meinen Plänen abzuweichen und einfach mal spontan Impulsen zu folgen, ist für mich eine riesen Sache. Denn mit Spontanität hatte ich schon immer so meine Schwierigkeiten. Das ist schon seit meiner Kindheit so: Während andere Kinder z.B. einfach mal in einen unbekannten See gesprungen sind, weil sie Lust drauf hatten, habe ich erstmal mögliche Gefahren (z.B. Monster im See) und Konsequenzen (z.B. Krankheiten aufgrund von schlechter Wasserqualität) analysiert. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.

Versteht mich jetzt nicht falsch: Hin und wieder bin ich spontan, nur leider zu selten. Wenn ich so darüber nachdenke, würde mich eher als überaus flexibel bezeichen: Ich kann mich sehr gut an Gegebenheiten, Situationen und Bedürfnisse anderer anpassen. Darin bin ich wirklich gut. Aber: Ich wäre sehr gerne viel spontaner. Und das bedeutet für mich auch: alte Gewohnheiten und Konzepte zu überdenken, zu schauen, wie sie zu meinem Leben, meiner Zeit und mir passen.

Ich habe seit dem Beginn meiner Übung viel über Spontanität und Veränderungen nachgedacht: für mein Leben und für Streifenliebe. Sowohl mein Leben als auch Streifenliebe sind gut so wie sie sind. Allerdings bedeutet das ja nicht zwangläufig, dass ich nicht auch neuen Impulsen nachgehen, Neues ausprobieren und Altes verändern kann, wenn mir danach ist. Das bedeutet für mich: Neue Freiheit(en) gewinnen und oftmals unnötigen Druck beseitigen und/oder umgehen.

Im Zuge dessen habe ich einige Veränderungen beschlossen, zwei davon betreffen Streifenliebe.


Die erste Veränderung: etwas Neues 

Jeden Tag ein Bild und ein Satz bzw. eine Erkenntnis zum Tag. Das war mein 30 Tage Projekt. Und nun - seit letzter Woche Freitag - ist es beendet. Und das macht mich traurig. Also habe ich darüber nachgedacht, ob und wie es vielleicht weitergehen könnte.
Am Anfang war es schwierig für mich, jeden Tag ein Bild zu machen (warum, habe ich hier und hier erklärt) und den Tag dann auch noch in einem Satz bzw. einer Erkenntnis zusammenzufassen. Aber mit der Zeit wurde es immer einfacher und das Beste: ich hatte immer mehr Freude daran. Ich habe die Welt um mich herum und das Erlebte viel bewusster wahrgenommen, manchmal sogar vor lauter Oh, das ist schön, das möchte ich fotografieren das Fotografieren vergessen und einfach nur über Kleinigkeiten gestaunt - wie ein kleines Kind. Es war eine tolle Zeit.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob und wie ich das Projekt fortsetzen soll. Und Ihr habt es Euch auch gewünscht; was mich wirklich sehr, sehr freut, zeigt es mir doch, dass Euch mein Projekt Spaß gemacht hat. An dieser Stelle noch einmal ein riesen großes Dankeschön für all' Eure lieben und motivierenden Kommentare.
Also bin ich "in mich gegangen" (wie man so schön sagt) und habe einen Beschluss gefasst. Tatatata: Ich habe mich entschieden, das Projekt fortzuführen. Weil es mir so viel Freude gemacht hat und auch, weil es Euch so viel Freude gemacht hat.


Ich freue mich darauf, hier auf StreifenLiebe "persönlicher" zu werden, ein wenig mehr von meinem Leben und meinen Gedanken mit Euch zu teilen. Das fühlt sich gut an.  



Die zweite Veränderung: etwas Altes

Die zweite Veränderung fällt mir schon etwas schwerer und betrifft die Regelmäßigkeit meiner Kategorien-Postings. Ich habe einen Blogplaner, den ich sehr liebe (vor allem, weil er selbstgemacht ist und so absolut meinen Bedürfnissen entspricht), in den ich alle meine Ideen reinschreibe und meine Posts plane und strukturiere. Mir macht das einen riesen Spaß, einfach weil ich so gerne (im Voraus) plane. Eigentlich auch eine gute Sache. Jetzt kommt allerdings das ABER. Als ich meine Zwangspause einlegen musste (siehe hier), wurde mein Plan mächtig durcheinander gewürfelt und plötzlich spürte ich Druck. Das irritierte mich und gefiel mir gar nicht. Druck und Streifenliebe passen für mich nicht zusammen. Druck hat hier striktes Hausverbot.
Die Situation hat mich zum Nachdenken gebracht (mir fällt übrigens gerade auf, dass ich sehr viel nachdenke und das wiederum bestärkt mich darin, dass die neue Übung "spontaner zu werden" echt dringend nötig ist!).

Nach längerem Nachdenken habe ich den Beschluss gefasst, etwas zu verändern - mir selbst mehr Freiheit einzuräumen, weniger im Voraus zu planen, sondern spontaner zu bloggen. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe meine To-Do-Listen, liebe es, einen Plan zu haben und diesem auch zu folgen. Aber ich möchte mir selbst mehr (kreative) Freiheit einräumen.
Und ein kleiner, aber für mich wichtiger Schritt hin zu mehr Spontanität ist es eben, dass ich mich dazu entschieden habe, zwar weiterhin regelmäßig zu bloggen (es macht mir doch sooo viel Spaß), aber immer zu dem Thema, auf das ich gerade richtig Lust habe - und immer nur dann, wenn ich es schaffe und wenn es zeitlich auch passt.
Soll heißen: Habe ich dienstags statt freitags Lust auf BUGfixing, dann mache ich das - und habe ich Lust darauf, zweimal die Woche etwas zu Leselust zu posten, dann mache ich das. Und sollte ich den Nachmittag lieber bei einem Spaziergang im Wald genießen statt einen Post zu schreiben, dann mache ich eben auch das. Ich mag mich nicht (mehr) beschränken, sondern einen Post veröffentlichen, wenn ich Lust drauf habe - weiterhin mit viel Spaß und viel Freude an der Sache - aber gaaanz ohne selbstauferlegten Druck. Denn das ist doch das Wichtigste, oder?!

Ihr werdet den Unterschied vielleicht gar nicht unbedingt merken, weil ich keine Kategorie (siehe Wegweiser) "fallenlasse", es wird auch weiterhin zu allem immer wieder einen neuen Post geben. Aber eben nur dann, wenn ich Lust drauf habe und nicht weil ich denke Oweia, Du hast schon seit drei Wochen keinen Découverte-Post mehr veröffentlicht, jetzt aber huschhusch.
Mit diesem gewissen Maß an Spontanität möchte ich mir die Freude und den Spaß erhalten und künftigem Druck dieses Schild vor die Nase halten:



Nur eines werde ich nicht ändern: Auch weiterhin gibt es zum Start in die Woche einen GlücksGedanken. Für mich sind sie wichtig. Ich mag es, mit ihnen in die neue Woche zu starten. 

Für mich ist das ein Abenteuer, auf das ich mich freue. Und ich freue mich über das, was ich gewonnen habe mit meiner neuentdeckten Spontanität: Freiheit. Sie fühlt sich gut an.



PS: Und dass ich schon mitten drin bin in der Übung, könnt' Ihr daran sehen, dass heute Sonntag ist (nicht Freitag!) und es einen BUGfixing-Post gibt. Ha! Spontanität ist super - und ich fühle mich fast wie ein kleiner Rebell. Gutes Gefühl.




Kommentare so far

  1. Das klingt doch gut! Streß und Druck haben auf einem hobbymäßig geführten Blog schließlich nix verloren! Ich freue mich auf deine Bugfixing-Posts, ob nun freitags, sonntags oder wann auch immer ;)
    Lieben Gruß,
    Mirjam

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    1. Vielen lieben Dank für Dein Kommentar.

      Und Du hast vollkommen recht: Stress gehört hier echt nicht her. Leider neige ich dazu; ich mache mir selbst offensichtlich "gerne" Stress. Aber ich hab' das "Problem" erkannt und jetzt wird dran "gearbeitet". ;-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Das finde ich lustig, Nicole. Ich schreibe meine Blogposts nach Lust und Laune und "vergesse" vieles. Ich möchte eigentlich mehr planen. Aber das gelingt mir nicht. Und Du willst es genau anders herum.

    Aber auf bestimmte Tage möchte ich mich auch nicht festlegen, nur die Themen nicht aus dem Blick verlieren.
    Ich habe ja auch kein Profi-Blog sondern eher einen Gemischtwarenladen. :-)

    Ich freue mich jedenfalls auf Dein weiteres Bloggen mit mehr oder weniger tiefen Einblicken in Dein Privatleben.

    Liebe Grüße,
    Vera

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    1. Der Versuch, mehr Spontanität in mein Leben einzubauen, soll mir dabei helfen, die Balance (von der Du schreibst) hinzubekommen. Ich bin mir sicher: Wir bekommen das beide hin.

      "Gemischtwarenladen" find' ich großartig als Bezeichnung für unsere Blogs. Und ich mag diese kleinen Gemischtwarenläden mit persönlicher Note auch außerhalb des WWW sehr gerne. :-)


      Liebe Grüße
      Nicole

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  3. Super! Druck und Bloggen passt nun mal wirklich überhaupt gar kein bißchen zusammen!
    Mach alles schön nach deinem Bauchgefühl und so, dass es dir gut damit geht...
    Liebe Grüße,
    Frauke (die natürlich immer gern bei dir liest!)

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    1. Ja, mein Bauchgefühl und ich. Wir arbeiten an unserer Kommunikation. ;-)

      Und zu Deiner "Klammer" ein großes DITO! :-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  4. Sehr schön geschrieben, deine Glücksgedanken mag ich sehr! Und Druck sollte man sich nie machen (auch wenn es manchmal schwer fällt), besonders nicht beim Blog, der soll ja Spaß machen ;)

    Liebe Grüße, Jessica

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    1. Vielen lieben Dank für Deine Worte! Ich freue mich sehr darüber, dass Du "meine" GlücksGedanken magst.

      Und ein großes JAAA: Bloggen soll Spaß machen. Punkt. Basta. :-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  5. Wunderbar!! Ich freue mich, dass du weitermachst - und das mit dem Druck: auch hier: wunderbar und alles richtig... den "Gemischtwarenladen" von Vera finde ich klasse... und in jedem Laden, der nicht dem "Einheitsbrei" entspricht und ganzjährig alles hat, sollte es "saisonales" geben... und genau das entspricht deinem "Lust-Prinzip" - finde ich klasse... und lieber mal ein Post weniger - aber dafür mit Liebe und Begeisterung als regelmäßig nach Plan! Wer beides kombinieren kann: toll - wenn nicht: nicht schlimm!! Hach, ich freu mich auf deine zukünftigen Beiträge!

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    1. Mir gefällt die Idee vom "Gemischtwarenladen" auch super.

      Ich plane wirklich gerne und ein gewisses Maß an Struktur halte ich auch weiterhin für sinnvoll, aber dennoch ist es für mich an der Zeit, auch mal dem "Lust-Prinzip" zu folgen. Und gerade jetzt, wo momentan mein Kopf voller Sorgen ist, passt es wunderbar, dass ich mir nicht auch noch Druck wegen Streifenliebe mache. Genau das Gegenteil ist im Moment der Fall, das ist super. Die Sache mit der Spontanität war also eine gute Idee. :-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  6. sehr gut! unter Druck bloggen ist nichts! Mache ich auch nicht! Es soll und MUSS Spass machen. Ich plane auch nichts. Hab ich versucht, hat nicht geklappt....egal! Eben....EGAL! Und wenn Du mal was nichts postest ist es auch nicht schlimm! Und wenn dir SPONTAN was einfällt, umso besser! :=)) Liebe Grüße, Nina

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    1. Es hat auch vor der "Übung" Spaß gemacht, aber ich hab' mich selbst mit meinen (geliebten) Plänen unter Druck gesetzt. Zuerst habe ich das gar nicht bemerkt, bis ich eben nicht mehr konnte, wie ich wollte...

      Die neu entdeckte Spontanität gefällt mir derweil richtig gut und macht großen Spaß. ;-)))

      Liebe Grüße
      Nicole

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  7. Huhu :-)

    Ich kann das super gut nachvollziehen. In meiner eigenen Zwangspause habe ich den Blog die ersten Tage gar nicht vermisst, dann schon und eben auch verbunden mit dem Druck irgendetwas zu schreiben und nicht kommentarlos von der Bildfläche zu verschwinden. Ich plane meine Posts auch gerne mal bzw. habe eine "to - blog - Liste", nichtsdestotrotz muss einem danach sein. Auf Befehl kann ich keine Texte schreiben und will das auch gar nicht.

    Deine Denkansätze und Vorhaben finde ich toll. Und wann Du bloggst, ist mir egal. Feedly sagt mir doch eh Bescheid ;-)))

    Ganz liebe Grüße und ein fantastisches Wochenende, Nina

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    1. Schööön, dass Du wieder da bist!

      Ich bin auch froh, dass ich die Entscheidung "gegen den Druck" getroffen habe. Ist doch bescheuert, etwas das einen glücklich macht, mit unnötigem Druck zu belasten. Aber so ticke ich leider manchmal. Muss aber nicht so bleiben, dachte ich mir. ;-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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