5. September 2014

Mein 30 Tage Projekt - die vierte Woche


Ich geb's zu: Ich schummel jetzt ein wenig. Denn eigentlich wäre letzte Woche die vierte Woche meines 30 Tage Projektes gewesen. Aber aus bekannten Gründen (siehe hier) habe ich keine Fotos machen können und schon gar keine Erkenntnisse gehabt (obwohl eine hatte ich schon, nämlich, dass die Erkältung ein Miststück ist). Und deswegen habe ich kurzerhand beschlossen, dass ich einfach diese Woche zur vierten und letzten Woche meines Projektes erkläre. Ist ja schließlich mein Projekt und dann kann ich mir doch auch die Freiheit nehmen und die Regeln ein wenig dehnen. Eigentlich sind es ja auch eher Projekt-Richtlinien und die muss man ja nicht so streng sehen...


Egal, wie sehr man etwas mag - muss man es plötzlich, dann macht's keinen Spaß mehr



Ich liebe Suppen, vor allem Gemüse- und Hühnersuppen. Ich esse sie wirklich gerne. Sehr gerne sogar. Ich freue mich immer auf den Herbst und Winter, denn dann kann ich wieder Suppe kochen und genießen. Und das könnte ich dann auch fast jeden Tag. Was ich es auch oftmals mache.
Jedoch habe ich festgestellt: Wird aus dem "ich will" plötzlich ein "ich muss", dann vergeht die Freude ganz schnell. Als ich krank war, habe ich nichts anders essen können als Suppe. Mehr habe ich nicht wirklich runterbekommen (wie auch, wenn alles nach Styropor schmeckt?!). Am Anfang war es ja okay, aber letzte Woche Freitag war ich dann heilfroh, den letzten Teller Suppe vor mir zu haben. Obwohl es an dem Tag anders war, denn ich habe tatsächlich richtigen Hunger gehabt und konnte auch wieder nahezu alles schmecken (das Einzige, was ich bis dahin richtig schmecken konnte: Süß-Sauer-Fruchtgummis). Das hat mich riesig gefreut, denn das war der Moment, in dem ich wusste: Jetzt geht's wirklich aufwärts - und morgen gibt's was Richtiges zu essen. Ich könnt' Euch gar nicht vorstellen, wie ich glücklich in diesem Moment war.

Die Erkenntnis gilt übrigens nicht nur für den erzwungenen Verzehr von Suppe, sondern leider auch in einigen anderen Bereichen, wie ich festgestellt habe. Merkwürdig, oder? Geht Euch das auch so?



Vorfreude ist doch nicht die schönste Freude


Erinnert Ihr Euch noch an meine Erkenntnis, dass Vorfreude die schönste Freude ist? (Wenn nicht, dann schaut mal hier.) Das nehme ich jetzt mal zurück bzw. für den vergangenen Samstag nehme ich es zurück. Denn obwohl die Vorfreude auf "was Richtiges zu essen" riesig war, die Freude beim Essen hat die Vorfreude um Längen geschlagen. Die Zitronen-Rucola-Spaghetti (Rezept gibt's demnächst hier auf Streifenliebe) haben nie besser geschmeckt. Eine wahre Geschmacksexplosion! Herrlich!


Fast wieder alles ganz normal


Samstag konnte ich schon wieder was "Richtiges" essen und Sonntag konnte ich zum ersten Mal auch fast wieder richtig entspannen und genießen.
Sonntag ist für uns ein besonderer Tag, denn es ist der Tag des "Teams Freier Wille" (das sind wir, nebenbei bemerkt), da wird nur das gemacht, worauf jeder einzelne Lust hat. Und das Beste daran ist, dass wir sonntags fast immer (Ausnahmen sind sehr selten) alle Lust auf das Selbe haben: entspannen und abschalten. Bloß keine Hektik, bloß kein Stress - die haben sonntags Hausverbot (sollen sie sich doch jemand anderen zum Spielen suchen). Und diesen Sonntag klappte das auch bei mir wieder ziemlich gut - trotz Taschentücherschlacht (ich muss erwähnen, dass wir uns gerade mitten in den Friedensverhandlungen befanden). Alles war fast wieder normal. Schön.



Sie sind pure Lebensfreude


Das denke ich immer, wenn ich sie ansehe. Und ihre Lebensfreude ist wirklich ansteckend. Egal, wie hart ein Tag war, wie schlecht ich mich auch manchmal fühle: In ihrer Nähe bin ich glücklich. Einfach mit ihnen zusammensein, spielen (wenn SIE den Lust haben; sie geben bei uns zuhause den Ton an, auch wenn wir uns das Gegenteil einreden), schmusen (ebenfalls nur wenn SIE Lust haben; es ist ihre Welt, wir leben nur darin) und sie einfach nur ansehen. Wunderbar. They never fail to make me smile.



Glücklichsein ist (doch) ansteckend 



Das war mein erster Gedanke, als ich Dienstag Fraukes Kommentar unter diesem Post las. Der Tag war bis zu diesem Zeitpunkt alles andere als toll und vom Glücklichsein war ich meilenweit entfernt. Es war einfach einer dieser Tage, an denen man denkt, dass es besser gewesen wäre, im Bett zu bleiben (was leider meist nicht möglich ist). Aber nachdem ich Fraukes Kommentar gelesen und realisiert habe, dass eine einfache kleine Karte, die ich ihr spontan zugeschickt habe, um ihr eine extra Portion Glück zu wünschen (sie konnte es mehr als gut gebrauchen, warum, könnt' Ihr hier nachlesen), sie so glücklich gemacht hat, hat mich dann auch glücklich gemacht. Und dass sie sogar darüber auf ihrem Blog was geschrieben hat (siehe hier): Uff! Damit hätte ich nie gerechnet.
Es ist wirklich schön zu sehen, dass ich Frauke mit dieser kleinen Geste so glücklich gemacht habe. Und das Beste: Die Karte hat "funktioniert" (siehe hier), was mich erst recht glücklich macht, weil ich mich unheimlich für Frauke freue.

Da soll nochmal einer sagen, dass Glücklichsein nicht ansteckend sein kann.



Ich bin ein Weichei! 


Ja, bin ich - zumindest, wenn es um unsere kleinen Pelzigen geht. Und vor allem, wenn es heißt: Wir müssen zum Tierarzt. Dabei spielt es keine, wirklich gar keine Rolle, ob es ein Routinecheck ist oder ein ernster Grund (Krankheit) vorliegt. Ich bin Tage davor schon völlig fertig, an dem Tag selbst sowieso und spätestens, wenn ich auf dem Parkplatz angekommen bin, steigt mein Puls ins Unermässliche. Im Wartezimmer wird's dann noch schlimmer und erreicht seinen absoluten Höhepunkt im Behandlungszimmer.
Und das Schlimmste: Man merkt mir das auch an. Alle in der Praxis wissen das und alle behandeln mich auch so: Man spricht mit sanfter Stimme zu mir, verwendet ausschließlich positiv konnotierte Worte, lächelt mich liebevoll an, damit ich mich auch ja nicht zu stark fürchte, sagt mir, dass ich mich im Notfall auch kurz setzen kann, erklärt mir jeden einzelnen Behandlungs-schritt ganz genau (auch wenn es das x-te Mal ist) und beobachtet mich mit Argusaugen, damit im Notfall sofort jemand bei mir ist, um mich halten zu können, sodass ich beim Umfallen nicht zu dolle auf dem Boden aufschlage und der Retter mich sofort in die stabile Seitenlage bringen kann.
Während unsere kleinen Pelzigen nach dem Check oder der Behandlung sich meist wie Helden benehmen, die das doch alles ganz locker wegstecken, so als wäre so ein Tierarztbesuch ein Klacks (obwohl es ihnen vorher immer so geht wie mir), steige ich immer noch mit Schnappatmung ins Auto und muss mich erst einmal ein paar Minuten beruhigen.

Ernsthaft: Mich würde es nicht wundern, wenn man mir in der Praxis irgendwann einen Lolli nach der Behandlung schenkt, so wie das früher der Kinderarzt immer gemacht hat, damit man auch ja mit einer positiven Erinnerung nach Hause geht.

Ich bin ein Weichei. So viel steht mal fest. 


Schön, wieder da zu sein


Diesen Gedanken hatte ich schon die ganze Woche im Kopf. Streifenliebe hat mir gefehlt. Ich hatte zwar während meiner Zwangspause ein paar Post-Ideen, die ich in meinen Blogplaner gekrizelt habe (und jetzt nicht mehr lesen kann) und habe mich um das neue Blogdesign gekümmert, aber schreiben konnte ich nicht wirklich viel. Umso schöner war es, als ich dann diese Woche endlich wieder mit dem Schreiben loslegen konnte.

Ich freu' mich sehr, wieder da zu sein - und noch mehr über all' Eure lieben Kommentare (besonders zum neuen Blogdesign).


So. Das war also jetzt die letzte Woche meines 30 Tage Projektes. Schön war's. Das Projekt hat mir richtig viel Spaß gemacht, auch wenn es für mich schon eine Herausforderung war, jeden Tag etwas zu fotografieren. Aber mit der Zeit musste ich gar nicht mehr groß nachdenken, sondern hab's einfach gemacht. Und auch die irritierten und fragenden Blicke meiner Mitmenschen, wenn ich plötzlich auf der Straße stehenblieb und ein Foto machte (z.B. von meinen Schuhen), haben mich immer weniger gestört, ich habe mich fast daran gewöhnt (genau wie es Rikki hier "prophezeite").

Vielleicht fragt Ihr Euch nun: War's das? Wie geht's nun weiter? Geht das Projekt überhaupt weiter? Darüber habe ich viel nachgedacht und es zeigt sich auch schon eine Tendenz. Generell habe ich viel über die ein oder andere Veränderung hier auf Streifenliebe nachgedacht - was soll man auch sonst machen, wenn man krank "rumliegt"?! Meine Gedanken zu diesem Thema und meine Entscheidung gibt's nächste Woche hier auf Streifenliebe.
Genauso wie es nächste Woche die allererste Verlosung hier auf Streifenliebe geben wird. Denn ich habe etwas zu feiern und Ihr bekommt sozusagen die Geschenke. Ich bin schon ein wenig aufgeregt, sowas habe ich ja vorher noch nie gemacht... Aber ich habe ja noch ein wenig Zeit, mich innerlich darauf vorzubereiten.





Kommentare so far

  1. Mit dem Lolli-Kommentar hast du mich gerade zum lauten Lachen gebracht - sehr gut, vielen Dank! :-)
    Mir geht es gerade ja erkältungstechnisch ähnlich und ich bin sooo froh, dass es nun wieder bergauf geht (ich hatte aber zum Glück auch "nur" eine Blitzerkältung, sie kam schnell und geht jetzt hoffentlich auch wieder schnell). Deinen Punkt 1 kann ich somit unterschreiben: Ich liebe zum Beispiel faule Tage auf dem Sofa, aber erzwungen faule Tage auf dem Sofa, weil man krank ist, sind doof. ;-) Für andere Dinge gilt das auch - das habe ich zum Beispiel schnell gelernt, als ich mal einen Dawanda-Shop eröffnen wollte, weil mir das Nähen so viel Spaß gemacht hat. Oder immer, wenn ich für andere was nähen soll im Auftrag (wenn ich es ihnen freiwillig und am besten als Überraschung nähe, ist alles super, aber wenn es "im Auftrag" ist, habe ich schon keine Lust mehr)!

    Ich bin gespannt auf die neuen Dinge, die hier so passieren werden! :-)

    Liebe Grüße
    Nele

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    1. Liebe Nele,

      gern' gescheh'n. ;-)

      Da bin ich ja froh, dass ich nicht die Einzige bin, die so ihre Probleme mit der ersten Erkenntnis hat. ;-) Ist echt verzwickt, oder?

      Ich bin auch gespannt, wie es hier noch weitergeht. Aber es ist irgendwie auch schön zu sehen, wie sich Streifenliebe verändert und entwickelt. Eine spannende Reise sozusagen. ;-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Oh, du arme! Tierarzt ist schon fies... Aber wie schön, dass die Kleinen das ganze wie Helden wegstecken ;-) Und super, dass es mit dir endlich wieder bergauf geht! Lass einfach langsam angehen und die kommende Zeit wird die Suppe vom Speiseplan gestrichen :-)
    Es freut mich sehr, dass ich dir mit meinem Kommentar den Tag retten konnte. Denn eigentlich hattest du mir mit deiner Karte ja ganz viel Glück gebracht!
    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße,
    Frauke

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    1. Tierarzt ist gaaanz böse! Aber leider muss es hin und wieder sein. Und wir haben ein riesen Glück, eine so tolle Arztpraxis gefunden zu haben. Alle dort sind super - und geben selbst mir "Weichei" das Gefühl, dass ich mich nicht dafür "schämen" muss so ein "Weichei" zu sein. Das tut gut. :-)

      Und zu der Karte: Ich freu' mich riesig, dass sie "funktioniert" hat. :-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  3. Schade, dass das Projekt schon vorbei ist. Es hat Spaß gemacht, von Deinen Erkenntnissen zu lesen.
    Besonders lustig finde ich Deine Episode beim Tierarzt. :-)
    Aber nach einem Projekt ist ja bekanntlich vor einem Projekt, gell?
    Da fällt mir ein: Ich muss auch noch an meinem 30-Tage-Projekt arbeiten. Habe heute noch nichts getan. Ich sage nur: HTML. ;-)

    Liebe Grüße,
    Vera

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    1. Danke schön! Mir hat das Projekt auch viel Spaß gemacht, auch wenn es am Anfang etwas komisch für mich war.
      Aber Du hast Recht: Nach einem Projekt ist vor einem Projekt. ;-)

      Jaja, der HTML-Code und wir. Aber die Neuerungen bei Dir sehen super aus; gefällt mir sehr gut. Und zu der anderen Sache schick' ich Dir eine Email.

      Liebe Grüße
      Nicole

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  4. Liebe Nicole, Euer Tag des "Teams Freier Wille" gefällt mir......haha musste gerade echt grinsen! Zu Fraukes Blog hüpf ich gleich, denn ich bin ja neugierig.:0)) Finde ich im Übrigen total süss von Dir!
    Schön, dass Du wieder da bist! Ich mag Deinen Blog und Deine Posts sehr! Ganz liebe Grüsse, Nina

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    1. Liebe Nina,

      wir versuchen so oft wie möglich auch unter der Woche das "Team Freier Wille" zu sein. Klappt leider nicht immer - aber dafür gibt's ja den Sonntag. :-)

      Herzlichen Dank für Dein Kompliment. Ich freue mich total darüber und es macht mich sehr glücklich, dass Du Streifenliebe magst. :-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  5. Herrlich... dummerweise lese ich mich nun rückwärts durch deinen Blog... bzw lese jetzt hier das Ende... und da felht mir doch noch ein Stück dazwischen... heute nicht mehr! Aber ich komme wieder - keine Frage ;-)

    Auch mich hast du zum Schmunzeln gebracht... ich sehe das mit dem Lolli förmlich vor mir... und so verabschiede ich mich für heute und freue mich aufs Wiederlesen!

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    1. Und ich freue mich, dass Du Dich darauf freust. ;-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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