2. Mai 2014

BUGfixing #4


Achtsamkeit lehrt uns, im Moment zu leben. Den Fokus nur auf den Moment zu legen, in dem wir uns gerade befinden: Nicht an die Vergangenheit, nicht an die Zukunft denken. Klingt gut. Klappt aber leider nicht immer. Manchmal ist keine Zeit für Momente. Der Kopf ist übervoll mit (sorgenvollen) Grübeleien, kilometerlangen To-do-Listen usw. Man hetzt von einem Moment zum nächsten. Den einzelnen Moment wahrnehmen? Dafür hat man gerade in diesem Moment keine Zeit.

Für alle, die zum ersten Mal hier sind: 
Jede Woche schreibe ich hier über mein Projekt BUGfixing und stelle Euch hier Übungen und Tipps vor, die man super in den eigenen Alltagswahnsinn einfügen kann. Wer mehr über BUGfixing erfahren möchte, der wird hier fündig.


Was also tun? Die innere Pause-Taste drücken ist eine Möglichkeit, aber manchmal reicht das nicht aus. Man braucht eine richtige Pause, eine kleine Flucht aus dem Alltag. Kurz um: eine Auszeit, um wieder „runterzukommen“.
Ich habe vieles ausprobiert (u.a. meine sportlichen Aktivitäten ausgeweitet), doch lange hielt nichts vor. Mir wurde klar: Ich musste umdenken, meine bisherigen Methoden hinterfragen. Den nötigen Perspektivwechsel brachte die folgende Übung. 

Die Übung

Einen Ort finden, an dem man ganz bei sich ist, ganz im Hier und Jetzt sein kann, zu dem die (Alltags-)Welt keinen Zutritt hat. Das kann ein realer Ort sein oder ein imaginärer. Dort verweilt man eine Weile und tankt Kraft auf. Getreu dem Motto von Henry David Thoreau: "Wenn du das Bedürfnis nach Kräftigung empfindest - ziehe dich zurück von der Welt."

Meine Umsetzung

Das mit dem imaginären Ort klappte gar nicht. Jedes Mal, wenn ich mich gedanklich auf die Reise begab und mich an traumhafte Orte versetzte, poppte die Realität auf. Zum Beispiel ging ich einmal gedanklich an einer wunderschönen Küste entlang, alles schien friedlich und behaglich. Doch plötzlich stand da eine Art überdimensionales Warnschild. Auf dem stand aber keine Warnung, dass man nicht zu nah an den Abhang gehen sollte, sondern auf dem Schild standen – grob geschätzt – alle To-do-Listen für die kommenden fünf Wochen inklusive aller (damit verbundenen) Bedenken, ob ich das auch alles schaffen werde.

Das reichte mir. Keine Gedankenreisen mehr. Das schien nicht mein Weg zu sein.


Glücklicherweise habe ich meinen Ort gefunden. Es ist ein ganz realer Ort, an dem die Welt aber dennoch keinen Zutritt hat. Ein Ort, an dem ich ganz bei mir, ganz im Hier und Jetzt bin und an dem es mir im Traum nicht einfallen würde, an irgendwelche To-Do-Listen zu denken oder mich endlosen (und oft sinnlosen) Grübeleien hinzugeben. Wann immer ich eine Auszeit brauche und die Möglichkeit habe, kehre ich an einen Ort zurück - unseren heimischen Tierpark.
Der ist – verglichen mit anderen Städten – winzig, aber wunderschön. Ringsum nur Natur, man hört auch nur Natur, kann sie förmlich spüren. Dort ist es perfekt. Insbesondere da dort auch Zwergesel leben, die ich ja bekanntlich besonders liebe.


Wenn ich bei Ihnen bin, dann vergesse ich einfach alles und erlebe den Moment in vollen Zügen. Ich schaue ihnen gefühlt stundenlang zu, und ab und an fordert der eine oder andere Streicheleinheiten ein – Glück für mich. In ihrer Nähe erscheint die Welt für mich anders, die Perspektive ändert sich.



Wenn ich nach meiner kleinen Auszeit nach Hause komme, fühle ich mich erholt, ausgeruht und ganz bei mir. Ich fühl‘ mich einfach gut, weil ich es geschafft habe, für kurze Zeit aus dem Grübeleikarussell auszusteigen und Kraft getankt habe. Und wenn’s dann wieder mal stressig wird, erinnere ich mich einfach an meine kleine Auszeit und freu‘ mich auf die nächste.





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